Kategorie: E-E-A-T & Autorität
E-E-A-T ist inzwischen einer der meistdiskutierten Begriffe im SEO-Bereich – und trotzdem scheitert die Umsetzung bei vielen WordPress-Websites an denselben wiederkehrenden Lücken. Nicht weil das Wissen fehlt, sondern weil E-E-A-T kein einzelner Schalter ist, der sich umlegen lässt, sondern sich aus vielen kleinen, leicht übersehbaren Details zusammensetzt.
Diese Checkliste konzentriert sich bewusst auf die Punkte, die in der Praxis am häufigsten fehlen – nicht auf die offensichtlichen Grundlagen, die ohnehin schon in jedem SEO-Leitfaden stehen.
Warum gerade WordPress-Websites hier Lücken haben
WordPress macht vieles einfach: Ein Theme installieren, ein Plugin aktivieren, loslegen. Genau diese Einfachheit führt aber dazu, dass viele E-E-A-T-relevante Einstellungen nie bewusst konfiguriert werden – sie bleiben auf Standardwerten stehen, die für Google nicht aussagekräftig sind. Ein Theme zeigt vielleicht „von Redaktion“ statt eines echten Namens an, oder ein Plugin füllt Schema-Felder mit Platzhaltern, die nie überschrieben wurden.
Die 14 Punkte im Detail
1. Autorenarchiv ist nicht deaktiviert oder blockiert
Viele SEO-Plugins bieten die Option, Autoren-Archivseiten zu deindexieren – sinnvoll bei Multi-Autoren-Blogs mit vielen Gastbeiträgen, aber kontraproduktiv für Solo-Experten, deren Autorenseite eigentlich ein zentrales Trust-Signal sein sollte. Wer als einzelner Experte schreibt, sollte prüfen, ob die eigene Autorenseite versehentlich blockiert ist.
2. Generischer „Admin“- oder „Redaktion“-Autor statt echtem Namen
Der WordPress-Standardbenutzer heißt oft schlicht „admin“ oder wird nie umbenannt. Auf der Live-Website erscheint dann „Veröffentlicht von admin“ unter jedem Artikel – ein klares Negativsignal für Vertrauenswürdigkeit, das sich mit zwei Klicks im Benutzerprofil beheben lässt.
3. Fehlende oder unvollständige Autoren-Biografie im Benutzerprofil
WordPress hat von Haus aus ein Biografie-Feld im Benutzerprofil – es wird aber selten ausgefüllt oder bleibt bei einem Platzhaltersatz stehen. Dieses Feld wird je nach Theme öffentlich angezeigt und ist oft die einzige Stelle, an der Qualifikation überhaupt auftaucht.
4. Kein Bezug zwischen Autor und fachlicher Qualifikation
Ein Name allein reicht nicht. Die Biografie sollte konkret benennen, warum diese Person zu diesem Thema schreiben darf: Ausbildung, Berufserfahrung, Zertifikate. „Schreibt gerne über Gesundheit“ ist kein Qualifikationsnachweis.
5. Datum der letzten Aktualisierung fehlt oder wird nicht angezeigt
Gerade bei medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Themen ist die Aktualität ein Trust-Signal. Viele WordPress-Themes zeigen standardmäßig nur das Veröffentlichungsdatum an, nicht aber das Datum der letzten inhaltlichen Aktualisierung – obwohl WordPress dieses Datum intern speichert.
6. Schema.org Person-Markup fehlt komplett
Selbst wenn ein SEO-Plugin aktiv ist, bedeutet das nicht automatisch, dass Autoren als Schema.org Person ausgezeichnet werden. Viele Plugins fokussieren sich auf Article- oder Organization-Schema und lassen die Personenebene aus.
7. Schema-Markup zeigt auf die Organisation statt auf die Person
Wenn ein Schema vorhanden ist, wird es oft pauschal auf die Organisation oder die Website insgesamt ausgerichtet – obwohl bei Experten-Inhalten die einzelne, qualifizierte Person im Vordergrund stehen sollte.
8. Schema.org Article-Markup fehlt oder ist falsch typisiert
Person-Markup allein reicht nicht aus – der Artikel selbst braucht ebenfalls eine korrekte Schema.org-Auszeichnung, etwa als Article, BlogPosting oder bei aktuellen Meldungen als NewsArticle. Viele WordPress-Setups lassen entweder das Article-Schema komplett weg oder verwenden pauschal denselben Typ für jeden Inhalt, unabhängig davon, ob es sich um einen Ratgeber, einen Erfahrungsbericht oder eine aktuelle Meldung handelt. Erst die Kombination aus korrektem Article- und Person-Markup erlaubt es Google, Inhalt und Autor eindeutig und im richtigen Kontext miteinander zu verknüpfen.
9. Keine Verlinkung zwischen Artikel und vollständigem Autorenprofil
Eine Autoren-Box, die nur den Namen zeigt, aber nicht zur vollständigen Über-mich-Seite verlinkt, lässt sowohl Leser als auch Suchmaschinen ohne den Kontext, der eigentlich vorhanden wäre.
10. Keine Verknüpfung zu professionellen Profilen (z. B. LinkedIn, ORCID, Verbandsverzeichnis)
Eine interne Autorenseite alleine ist nur die halbe Geschichte. Wirklich überprüfbar wird eine Qualifikation erst, wenn sie auch von außen verifizierbar ist – etwa über einen Link zum LinkedIn-Profil, einen ORCID-Eintrag bei wissenschaftlich tätigen Autoren, oder einen Eintrag im öffentlichen Mitgliederverzeichnis eines Berufsverbands. Diese externen Verweise fehlen auf den meisten WordPress-Autorenseiten komplett, obwohl sie eines der stärksten verfügbaren Trust-Signale sind: Sie zeigen, dass die behauptete Qualifikation auch unabhängig von der eigenen Website bestätigt werden kann.
11. Kontaktmöglichkeiten und Impressumsangaben auf der Autorenseite fehlen
Ein allgemeines Impressum im Footer reicht bei Experten-Inhalten oft nicht aus. Trust wirkt stärker, wenn auch die Autorenseite selbst direkte Kontaktmöglichkeiten bietet – etwa eine E-Mail-Adresse, ein Kontaktformular oder zumindest einen sichtbaren Link zum Impressum direkt von der Autoren-Biografie aus. Fehlt dieser direkte Bezug, wirkt die Autorenseite wie eine isolierte Visitenkarte statt wie der Auftritt einer erreichbaren, verantwortlichen Person.
12. Keine sichtbaren Quellenangaben oder fehlendes Literaturverzeichnis
Gerade bei YMYL-Inhalten erwartet Google eine nachvollziehbare Grundlage für Aussagen. Wird auf Studien, Leitlinien oder offizielle Empfehlungen verwiesen, sollte das über einen Link sichtbar sein – nicht nur implizit vorausgesetzt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass überhaupt eine Quelle erwähnt wird, sondern wie sie eingebunden ist: Ein einzelner, beiläufiger Halbsatz („laut aktueller Studienlage“) ohne Link ist deutlich schwächer als eine konkrete, nachvollziehbare Verlinkung zur Originalquelle. Bei längeren Fachartikeln lohnt sich zusätzlich ein kurzes Literaturverzeichnis am Ende des Beitrags, das alle verwendeten Quellen gesammelt aufführt – das erleichtert sowohl menschlichen Lesern als auch Suchmaschinen die Einordnung, woher die fachlichen Aussagen stammen.
13. SSL-Zertifikat oder Sicherheitseinstellungen unvollständig konfiguriert
Ein technisches, aber häufig übersehenes Detail: Gemischte Inhalte (teilweise über HTTP, teilweise über HTTPS geladen) oder eine fehlerhafte SSL-Konfiguration können Sicherheitswarnungen im Browser auslösen – ein direktes Trustworthiness-Problem, das nichts mit dem Inhalt selbst zu tun hat.
14. Kommentare oder Nutzerfeedback werden nicht moderiert
Eine offene Kommentarfunktion ohne Moderation, in der Spam oder fragwürdige Aussagen unwidersprochen stehen bleiben, wirkt sich negativ auf den Gesamteindruck einer Seite aus – besonders bei sensiblen Themen, wo unmoderierte Falschaussagen in den Kommentaren das Vertrauen in die ganze Seite untergraben können.
Warum diese Punkte oft zusammen auftreten
Auffällig ist: Diese 14 Punkte sind selten Einzelfälle. Wenn das Autorenprofil unvollständig ist, fehlt in der Regel auch das Schema-Markup dazu, und externe Profile oder Quellenangaben bleiben ebenfalls aus. Wenn das WordPress-Standardsetup nie angepasst wurde, betrifft das meist mehrere Punkte gleichzeitig – vom admin-Namen bis zum fehlenden Aktualisierungsdatum. Eine einmalige, gezielte Durchsicht der eigenen Website anhand dieser Liste deckt deshalb oft mehrere Probleme gleichzeitig auf.
Vom Manuellen Abhaken zur automatisierten Prüfung
Diese Checkliste lässt sich manuell durchgehen, Seite für Seite. Bei wachsendem Content-Umfang wird das allerdings schnell unübersichtlich, besonders wenn mehrere Autoren oder ältere Artikel betroffen sind, die seit Jahren nicht mehr angefasst wurden.
WP Rankify prüft viele dieser Punkte automatisch im AI Readiness Score – darunter Autorenprofil-Vollständigkeit und Schema.org Person-Markup – und zeigt direkt im WordPress-Dashboard, wo konkret Nachholbedarf besteht, statt jede Seite einzeln händisch durchgehen zu müssen.
Fazit
E-E-A-T scheitert auf WordPress-Websites selten an grundsätzlich fehlendem Fachwissen, sondern an unscheinbaren Standardeinstellungen und kleinen Lücken, die sich im Laufe der Zeit ansammeln. Wer diese 14 Punkte einmal systematisch durchgeht, behebt damit oft genau die Probleme, die zwischen einer fachlich starken Website und einer, die dieses Fachwissen auch sichtbar macht, den Unterschied ausmachen.
