SEO · WordPress · Lesedauer: 7 Minuten
Du hast 50 Artikel auf deiner Website. Jeder einzelne ist gut geschrieben, thematisch relevant und technisch sauber. Trotzdem ranken viele davon kaum. Der Grund liegt häufig nicht am Content – sondern daran wie deine Artikel miteinander verbunden sind.
Internes Linking ist einer der am meisten unterschätzten SEO-Faktoren. Es kostet nichts, erfordert keine technischen Kenntnisse – und wird von den meisten WordPress-Nutzern schlicht vergessen. Dabei entscheidet es direkt darüber wie Google deine Website versteht, bewertet und indexiert.
Was ist internes Linking?
Internes Linking bedeutet: du verlinkst von einem Artikel auf deiner Website auf einen anderen Artikel der ebenfalls auf deiner Website liegt. Ein Blogbeitrag über „Eisenmangel in der Schwangerschaft“ der auf deinen Artikel über „Ernährung im ersten Trimester“ verlinkt – das ist ein interner Link.
Im Gegensatz zu externen Links – also Verweisen auf andere Websites – bleiben interne Links vollständig unter deiner Kontrolle. Du entscheidest welche Seiten verlinkt werden, mit welchem Ankertext und wie oft.
Warum ist internes Linking für SEO so wichtig?
Google versteht deine Website besser
Google crawlt deine Website indem es Links folgt. Seiten die gut intern verlinkt sind werden häufiger gecrawlt, schneller indexiert und als thematisch wichtig eingestuft. Seiten ohne interne Links – sogenannte Orphan Pages – werden von Google oft gar nicht gefunden.
Link Juice wird verteilt
Wenn eine deiner Seiten Backlinks von externen Websites hat – also Autorität angesammelt hat – fließt diese Autorität über interne Links auf andere Seiten weiter. Das nennt sich Link Juice. Eine gut verlinkte interne Struktur sorgt dafür dass die Autorität deiner stärksten Seiten allen anderen Seiten zugutekommt.
Thematische Cluster entstehen
Google bewertet nicht nur einzelne Seiten sondern ganze Themenbereiche. Wenn mehrere Artikel zum Thema „Schwangerschaft“ miteinander verlinkt sind erkennt Google: Diese Website beschäftigt sich ernsthaft und umfassend mit diesem Thema. Das stärkt die Autorität für alle Artikel in diesem Themenbereich.
Eine Hebamme hat 30 Artikel über Schwangerschaft. Die meisten stehen isoliert – keine internen Links. Dann verknüpft sie alle Artikel thematisch: „Ernährung in der Schwangerschaft“ verlinkt auf „Eisenmangel“, „Übelkeit“, „Gewichtszunahme“. Innerhalb von 8 Wochen steigen mehrere Artikel von Seite 3 auf Seite 1 – ohne einen einzigen neuen Artikel zu schreiben.
Die wichtigsten Grundregeln für internes Linking
1. Relevanz vor Quantität
Verlinke nur wenn es für den Leser sinnvoll ist. Ein interner Link sollte dem Besucher weiterhelfen – er soll mehr zu einem verwandten Thema erfahren können. Links die nur aus SEO-Gründen gesetzt werden und keinen echten Mehrwert bieten werden von Google erkannt und negativ bewertet.
2. Ankertexte sind entscheidend
Der Ankertext – also der klickbare Text eines Links – teilt Google mit worum es auf der verlinkten Seite geht. „Hier klicken“ oder „mehr erfahren“ sind schlechte Ankertexte. „Eisenmangel in der Schwangerschaft erkennen“ ist ein guter Ankertext – er beschreibt präzise was den Leser auf der Zielseite erwartet.
✅ Gute Ankertexte
- „Eisenmangel in der Schwangerschaft erkennen und behandeln“
- „Welche Lebensmittel in der Schwangerschaft vermeiden“
- „Bewegung im dritten Trimester – was ist erlaubt“
✗ Schlechte Ankertexte
- „hier“, „hier klicken“, „mehr erfahren“
- „dieser Artikel“, „dieser Beitrag“
- Die vollständige URL als Ankertext
3. Tiefe Seiten bevorzugen
Verlinke bevorzugt auf Seiten die wenige oder keine anderen internen Links bekommen – die sogenannten tiefen Seiten. Deine Startseite und deine Kategorieseiten haben bereits viele interne Links. Ein Artikel der vor einem Jahr veröffentlicht wurde und seitdem kaum verlinkt ist profitiert viel stärker von einem neuen internen Link.
4. Neue Artikel sofort verlinken
Wenn du einen neuen Artikel veröffentlichst, gehe in ältere verwandte Artikel und füge dort einen Link auf den neuen Beitrag ein. Das ist der schnellste Weg einen neuen Artikel zu indexieren – oft schneller als das Google-Crawling abzuwarten.
5. Nicht übertreiben
3-5 interne Links pro Artikel sind ideal. Mehr wirkt spammy und verwässert den Wert jedes einzelnen Links. Qualität vor Quantität gilt auch hier.
Häufige Fehler beim internen Linking
- Orphan Pages – Artikel die von keiner anderen Seite verlinkt werden. Google findet sie kaum. Lösung: jeden neuen Artikel mindestens von 2-3 anderen Artikeln verlinken.
- Zu viele Links auf die Startseite – Die Startseite hat bereits die meiste Autorität. Sie braucht keine weiteren internen Links. Verteile die Link-Kraft auf tiefere Seiten.
- Gleicher Ankertext für verschiedene Seiten – Wenn zwei verschiedene Artikel immer mit „Schwangerschaft“ verlinkt werden weiß Google nicht welcher wichtiger ist. Variiere die Ankertexte.
- Broken Links – Links auf gelöschte oder umbenannte Artikel erzeugen 404-Fehler. Regelmäßig mit einem Tool wie Screaming Frog oder der Google Search Console prüfen.
- Verlinkung ignorieren nach Veröffentlichung – Viele Blogger schreiben einen Artikel, veröffentlichen ihn – und verlinken nie mehr darauf. Ein Artikel ohne interne Links ist eine Insel.
Wie erkenne ich welche Artikel mehr interne Links brauchen?
Es gibt drei praktische Wege:
Google Search Console: Unter „Links“ → „Interne Links“ siehst du welche Seiten wie viele interne Links haben. Seiten mit sehr wenigen Links sind deine Priorität.
Screaming Frog: Das kostenlose SEO-Tool crawlt deine gesamte Website und zeigt dir Orphan Pages, Seiten mit wenigen eingehenden Links und defekte interne Links.
WP Rankify Dashboard: Im Dashboard siehst du direkt welche Artikel keine oder zu wenige interne Links haben – als Filter-Tab in der Artikelübersicht. Du musst nicht jede Seite einzeln prüfen.
Internes Linking automatisieren – sinnvoll oder nicht?
Es gibt WordPress-Plugins die interne Links automatisch setzen – sie erkennen Keywords im Text und verlinken sie auf passende Artikel. Das klingt verlockend, hat aber Nachteile:
- Automatische Links wirken oft unnatürlich und kontextlos
- Dieselben Keywords werden immer auf dieselben Artikel verlinkt – ohne Rücksicht auf den Kontext
- Google kann automatisch gesetzte Links erkennen und niedriger gewichten
WP Rankify macht es anders: Es schlägt dir passende interne Links vor – aber du entscheidest welche davon wirklich sinnvoll sind. Halb-automatisch statt vollautomatisch.
Internes Linking und E-E-A-T
Internes Linking ist nicht nur ein technischer SEO-Faktor – es ist auch ein E-E-A-T-Signal. Eine Website deren Artikel thematisch eng miteinander verbunden sind zeigt Google: Hier gibt es umfassendes Wissen zu einem Thema. Das stärkt die Autorität des gesamten Themenbereichs – und damit das Ranking aller beteiligten Artikel.
Besonders für Heilberufe, Berater und Coaches ist das relevant: Je besser deine Artikel zum Thema vernetzt sind, desto eher erkennt Google dich als Experten in diesem Bereich – unabhängig von einzelnen Keywords.
Fazit
Internes Linking ist einer der wenigen SEO-Faktoren den du vollständig selbst kontrollierst – ohne Budget, ohne externe Hilfe, ohne technisches Wissen. Es braucht nur Zeit und Konsequenz.
Die Regel ist einfach: Jeder neue Artikel bekommt Links von mindestens zwei älteren Artikeln. Jeder ältere Artikel bekommt bei Gelegenheit einen Link auf einen neueren verwandten Beitrag. Ankertexte sind beschreibend. Und Orphan Pages werden regelmäßig aufgespürt und verlinkt.
Wer das konsequent umsetzt wird innerhalb weniger Wochen messbare Verbesserungen sehen – ohne einen einzigen neuen Artikel schreiben zu müssen.
Interne Links im Blick behalten
WP Rankify zeigt dir im Dashboard welche Artikel keine internen Links haben – und hilft dir dabei sie mit einem Klick zu setzen.
Gründer von Münch Media und Entwickler von WP Rankify. Seit über 10 Jahren beschäftigt er sich mit WordPress-Entwicklung und SEO-Optimierung für kleine und mittelständische Unternehmen.
